26.11.2018 13:30

"Wohlwollen - oder: Ich kann nicht mehr loben!"

Von Dr. Karin Uphoff, Leiterin connectuu GmbH und Lehrbeauftragte, Gründerin der Initiative heartleaders

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Wohlwollen - oder: Ich kann nicht mehr loben!

Hätte ich letzten Freitag nicht die Spülmaschine ausgeräumt, hätte ich an dieser Stelle wahrscheinlich allgemein über Wohlwollen geschrieben. Ich hätte dazu ermuntert, häufiger mal was Nettes zu sagen.

Aber das geht jetzt nicht mehr. Ich kann plötzlich nicht mehr loben. Und ich kann auch keine Komplimente mehr machen. Aus. Vorbei.

Schuld daran ist der Psychologe Corssen. Dessen Vortrag habe ich nämlich vergangene Woche auf Youtube gehört, als ich die Spülmaschine ausräumte. Während ich die Teller in den Schrank stellte, wanderten meine Gedanken so zwischen Geschirr und Vortrag hin und her. Bis sie an einer Empfehlung des Psychologen hängen blieben: „Anderen nichts einreden und nichts ausreden, ihnen keine ungefragten Kommentare, keine ungefragten (Be-)Wertungen, keine ungefragten Ratschläge geben.“

Klingt ja nun erst einmal nicht spektakulär. Deswegen rutschten die Sätze auch zunächst an meiner Aufmerksamkeit vorbei. Erst im zweiten Anlauf drangen sie durch, flossen in mein Herz. Und elektrisierten mich. Nichts einreden, nichts ausreden, nichts kommentieren, ungefragt keine Ratschläge geben – das bedeutet ja: nicht beeinflussen, nicht umschmeicheln, nicht steuern, nicht manipulieren!

Andren etwas einreden oder ausreden: Manipulation.
Ungefragt kommentieren oder (be-)werten: Von einschleimen über gönnerhaft bis übergriffig. Ungefragt Ratschläge geben: Sich über die andere Person stellen. Glänzen wollen, Dankbarkeit oder Bewunderung wünschen. Vielleicht wirkt es nicht immer gleich toxisch. Aber es ist ganz sicher unnötig. Und es erzeugt Distanz.

Und ja, ich finde, das gilt auch für Komplimente. „Dein Kleid ist schön!“ erzeugt irgendwie ein komisches Gefühl in mir, als müsste ich was abwehren. Und schnell rutscht mir da raus: „War aber ganz billig!“ Bei „Dein Kleid gefällt mir total gut!“ hingegen kann ich errötend ein „Oh, danke“ hauchen. 

Nicht, dass es MIR schon immer gelänge, gerne rutscht mir noch der ein oder andere Kommentar und Ratschlag raus. Aber ich bessere mich! Und es ist AUCH UND GERADE FÜR MICH SELBST höchst wohltuend! Denn ich entspanne innerlich, ziehe meinen Blick und meine Aufmerksamkeit weg von den anderen, bleibe bei mir, gewinne dadurch Leichtigkeit.
DAS also ist wohl gemeint mit: LOSLASSEN?!

 


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