01.02.2019 21:27

Wenn du keine Angst hättest – was würdest du tun?

Von Dr. Karin Uphoff, Leiterin connectuu GmbH und Lehrbeauftragte, Gründerin der Initiative heartleaders

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Wenn du keine Angst hättest - was würdest du tun?

Vergangene Woche traf ich zufällig Lukas. Wir hatten uns mal bei einem Seminar kennen gelernt, dann aber aus den Augen verloren. Lukas wirkte heiter und zufrieden. Wir kamen ins Gespräch. Lukas berichtete, dass er gerade eine sehr anregende Arbeit habe, die er mit großer Freude erledige. Das machte mich neugierig – es gibt nicht so viele Menschen, die das von sich sagen. Also fragte ich nach. Und Lukas erzählte bereitwillig: „Ich arbeite zum ersten Mal in meinem Leben wirklich so, wie ich will und wie ich es am besten kann. Das erfüllt mich total.“ Wieso er so arbeiten könne, wollte ich natürlich wissen. Lukas: „Ich habe mich ein Leben lang bemüht, es allen recht zu machen und den gefühlten Erwartungen gerecht zu werden. Trotzdem habe ich mehrfach meinen Job verloren und auch bei meinem jetzigen Arbeitgeber war es vor vier Monaten wieder so weit. Sie müssten umstrukturieren, hieß es. Da brauche man mich nicht mehr.“Das habe ihn wie aus heiterem Himmel getroffen. Er sei erst einmal fassungslos, ängstlich, gelähmt gewesen. „Aber eines Morgens wachte ich auf und dachte: Wenn all das Anpassen und Rechtmachenwollen nichts genutzt hat, dann kann ich auch einfach so arbeiten, wie es MIR entspricht. Schlimmer kann es nicht werden.“ Es sei unglaublich befreiend gewesen, als er das erste Mal in einem Meeting einem Kollegen widersprochen und einen anderen Vorschlag unterbreitet habe. „Kurz fing mein Herz wie verrückt zu rasen an. Und gleichzeitig fühlte ich mich stark und klar.“ Zu seiner großen Überraschung traf sein Vorschlag auf Zustimmung. Das habe ihm Mut gemacht. „Ab da habe ich mich immer häufiger getraut, mein Unbehagen zu äußern und andere Wege zu gehen. Und was soll ich sagen: Letzte Woche haben sie mir tatsächlich vorgeschlagen zu bleiben, haben mir sogar einen Job mit Führungsverantwortung angeboten. Ist das nicht irre? Aus purer Verzweiflung habe ich meine Angst, nicht zu genügen, losgelassen. Um dann zu merken, dass es so viel besser ist, für alle!“Wir plauderten noch ein bisschen und verabschiedeten uns mit dem festen Versprechen, uns bald mal auf einen Kaffee zu treffen. Lukas‘ Geschichte beschäftigte mich aber weiter. Mir gingen Situationen durch den Kopf, in denen ich geschwiegen oder mich angepasst hatte. Kunden, denen ich es unbedingt hatte recht machen wollen und die dann doch – oder gerade deswegen? – abgewandert waren. Abläufe und Arbeitsprozesse, die ich stillschweigend „erduldete“ in dem Glauben, die Kolleg*innen wollten es so. Um festzustellen, dass alle erleichtert waren, als ich sie dann doch mal änderte. Und klar: Auch aus meinem privaten Lebensbereich kam mir die ein oder andere Begebenheit in den Sinn…Deshalb möchte ich diese Frage mal „laut“ stellen:Wenn du keine Angst hättest: Was würdest du tun?Wie würdest du arbeiten wollen? Was oder wen würdest du ansprechen?Was würdest du anders machen wollen?Was würdest du ausprobieren?Was würdest du NICHT mehr machen?Und vielleicht auch: Wie sähen dein Haus, deine Wohnung, dein Auto, deine Kleidung, dein Haarschnitt aus?Und wovor hast du Angst? Was macht dir Angst?Hast du Angst, "etwas "Falsches" zu sagen? Dich zu blamieren?Die Verbundenheit mit den anderen zu verlieren?Auf Widerstand zu stoßen? Nicht mehr "geliebt" zu werden?Oder ist es vielleicht auch die Angst, erfolgreich, besonders, "anders" zu sein, aufzufallen, das Gesicht in den Wind zu halten?Dazu noch ein interessanter Gedanke von Marianne Williamson, US-amerikanische Autorin, Unternehmerin und Aktivistin:“Our deepest fear is not that we are inadequate. Our deepest fear is that we are powerful beyond measure. It is our light, not our darkness that most frightens us.” Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzureichend sind. Unsere tiefste Angst ist, dass wir über alle Maßen mächtig sind. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, was uns am meisten erschreckt.


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