28.03.2019 13:14

Was kannst du geben?

Von Dr. Karin Uphoff, Leiterin connectuu GmbH und Lehrbeauftragte, Gründerin der Initiative heartleaders

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Was kannst du geben?

„Geben ist seliger denn nehmen“, heißt in der Apostelgeschichte. Stimmt das in der heutigen Zeit noch? Oder siegt der so genannte Homo oeconomicus, der „Nutzenmaximierer“?
Dazu gibt es eine ganze Reihe von Studien. Grob zusammengefasst zeigen sie, dass Menschen grundsätzlich bereit sind, freiwillig abzugeben. Und dass Geben tatsächlich glücklich machen kann.

Die „Psychologie des Gebens“ wird zum Beispiel anhand des so genannten Dictator Games untersucht. Hier nehmen zwei Personen teil, die sich nicht kennen. Person 1 wird die Rolle des „Diktators“ zugewiesen. Sie ist hält einen bestimmten Geldbetrag und kann für sich und sanktionsfrei entscheiden, was sie mit dem Geld macht – alles behalten, alles an Person 2 abgeben oder ein Mittelding.

Bei reiner Nutzenmaximierung würden wir nichts abgeben. Die Studien zeigen aber, dass die überwiegende Zahl der „Dictators“ (rund zwei Drittel) etwas abgeben, obwohl sie Person 2 gar nicht kennen, im Schnitt knapp 30 Prozent des Betrages. Wie hoch dieser Betrag im Einzelnen ist, wird durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst. Dazu gehören vor allem Alter und Geschlecht: Frauen geben im Schnitt signifikant mehr ab als Männer, bekommen jedoch auch als Empfängerinnen mehr. Kinder geben selten mehr als die Hälfte ab, Teilnehmer im mittleren Alter teilen eher halb-halbe, Ältere überlassen ihrem Gegenüber deutlich häufiger den gesamten Betrag.

"Die Gabe ist die Grammatik, nach der unsere Gesellschaft funktioniert“
Der Austausch von Gaben ist der Kern des Zusammenlebens, sagen Wissenschaftler, und der Beginn von friedlicher Zivilisation. "Die Gabe ist die Grammatik, nach der unsere Gesellschaft funktioniert", so Frank Schulz-Nieswandt, Professor für Sozialpolitik in Köln. Eine US-Studie zeigt, dass es selbstlosen Menschen gesundheitlich besser geht: Helfende, Gebende leben länger und glücklicher, und zwar ganz unabhängig von Einkommen, Bildungsstand, gefühltem Stress oder Persönlichkeitsstruktur. Denn: Das Gehirn belohnt selbstlose Handlungen mit guten Gefühlen. Diese ähneln übrigens jenen, die durch Drogen, Sex oder gutes Essen ausgelöst werden können.


Was kannst DU geben?
Wenn wir unter Druck sind, wenn wir viele Kompromisse eingehen, unsere Bedürfnisse immer wieder nach hinten schieben, uns häufig anpassen, entsteht in uns nicht selten ein Gefühl des Mangels. Subjektiv verzichten wir auf vieles und erhoffen uns nun von anderen etwas dafür – Dankbarkeit, Wertschätzung, Unterstützung, Liebe. Meist klappt das jedoch nicht so richtig, weil es unserem Gegenüber ähnlich geht…

Wie kommen wir da raus? Eine Möglichkeit ist, den Blick in die andere Richtung zu lenken: Was kann ICH anderen geben? Was kann ich anderen GEBEN? Zum einen trete ich so aus der selbst geschaffenen Isolation und wende meine Aufmerksamkeit anderen zu. Das erzeugt Verbundenheit, ganz wichtig für unser Wohlgefühl. Zum anderen führen wir uns selbst vor Augen, welche Gaben, welches Potenzial wir haben. Das stärkt!

Unsere Fragen zum Tag der Wertschätzung lauten daher:

Was kannst DU geben?
Was treibt dich an?
Wofür begeisterst du dich, wofür brennst du?
Wo engagierst du dich?
Was fällt dir leicht?
Welche Stärken hast du?
Welche Kenntnisse hast du?
Welche Fähigkeiten hast du?
Welche Erfahrungen hast du?

Was kannst du GEBEN?
Zeit?
Aufmerksamkeit?
Wissen?
Hilfsbereitschaft?
Ein Lächeln?
Ein nettes Wort?
Ein Dankeschön?
Wertschätzung?
Ruhe?
Unterstützung?
Humor?
Fröhlichkeit?
Verbundenheit?
Vertrauen?
Ermutigung?
Klarheit?
Empathie?
Wohlwollen?
Geduld?
Gelassenheit?
Achtsamkeit?
Zugehörigkeit?
Nähe?
Abstand?
Widerstand?
Mitgefühl?
Ein Telefonat?
Einen Besuch?
Einen Spaziergang?

WEM kannst du geben?
Deinen Kolleginnen und Kollegen?
Deiner Chefin, deinem Chef?
Deinen Kund*innen / Patient*innen?
Den Menschen, mit denen du sonst noch im Beruf zusammenarbeitest?
Deiner Partnerin, deinem Partner?
Deiner Tochter, deinem Sohn?
Deiner Enkeltochter, deinem Enkelsohn?
Deiner Mutter, deinem Vater?
Deiner Schwester, deinem Bruder?
Deiner Großmutter, deinem Großvater?
Anderen aus deiner Verwandtschaft?
Deinen Freundinnen und Freunden?
Deinen Bekannten?
Deinen Nachbar*innen?
Deinen Mitbewohner*innen?
Den Mitarbeitenden in den Geschäften, in denen du immer einkaufst?
Den Menschen, die dir helfen im Haus, im Garten, mit den Kindern?
Den Mitspieler*innen in deinem Sportverein?
Den Mitstreiter*innen in deinem gesellschaftlichen, politischen oder kulturellen Engagement?


"Fotomaterial für Medien:

 

- Postkarte: Es gibt auch eine Postkarte zum Thema - in gedruckter Form und als e-card (http://am-dritten.de/bestellen).

 

 

 

 

- QR-Code: Hier geht’s zum Tag der Wertschätzung (www.am-dritten.de)

 

 

 

 

Workshops

Wie können wir in unseren Unternehmen ein Klima schaffen, in dem Neugier und Kreativität gedeihen? Wie werden Teams zu Dreamteams? Welche Skills brauchen Führungskräfte für den Weg in die Zukunft? Was heißt das: "Führung mit Herz und Haltung"? Wie können wir Klarheit für uns gewinnen, wie unsere innere Haltung stärken?

Damit beschäftigen wir uns in unserem Workshop "Führen mit Klarheit".

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