25.04.2018 21:21

Vertrauen!

Diese Pressemeldung zum Tag der Wertschätzung im Mai ist zur freien Verfügung - wir freuen uns über Verwendungshinweise. Hier Word-Datei als Download

Von Dr. Karin Uphoff, Leiterin connectuu GmbH und Lehrbeauftragte, Gründerin der Initiative heartleaders

Vertrauen ist wichtig. „Wir wünschen uns eine Kultur des Vertrauens“, steht in den Leitgedanken vieler Unternehmen. Doch Vertrauen kann nicht verordnet, nicht eingefordert werden, wir können es nur selber schenken und den Boden dafür bereiten. Was ist das: VERTRAUEN? Welche Grundhaltung braucht es dafür? Dazu gibt die Initiative heartleaders Anregungen anlässlich des Tages der Wertschätzung im Mai.

Vertrauen erfordert Mut
Vertrauen, Zutrauen, anvertrauen – in all diesen Wörtern steckt TRAUEN, also mutig zu sein, Mut zu haben. Mut haben zu was? Mut zur Un-Sicherheit. Zu Fehlern und Fehleinschätzungen. Zur Bereitschaft, andere Meinungen und Lösungen als die eigenen zuzulassen. Und ganz besonders: den Mut zu haben, sich anderen zuzuMUTen. Dass wir uns so zeigen, wie wir sind, und teilen, was wir denken, fühlen, uns wünschen. Und unseren Mitmenschen die Fähigkeit zusprechen, damit umgehen zu können.

Vertrauen wirkt wie Dünger
Kennen Sie den Pygmalion-Effekt? Er beschreibt eine „sich selbst erfüllende positive Prophezeiung“: Wenn Lehrer bei Schüler(inne)n von einer Begabung ausgehen, bestätigt sich diese Begabung mit der Zeit.
Dies zeigten u. a. Studien der Forscher Rosenthal und Jacobson*: Darin wurde Lehrern suggeriert, bestimmte (tatsächlich aber rein zufällig ausgewählte) Schüler/innen hätten ein besonderes Leistungspotenzial. Unbewusst übernahmen die Lehrer diese Einschätzung und übermittelten sie z. B. durch mehr Förderung und Zuwendung. Und siehe da: Bereits nach acht Monaten wiesen diese Schüler/innen einen deutlich (um bis zu 30 Punkte) höheren IQ-Wert auf als die vermeintlich unbegabteren.

Vertrauen stärkt andere und auch uns selbst
Was bedeutet das für uns und unsere Teams, unsere Freunde und Familie? Wenn wir ihnen vertrauen, ihnen etwas zutrauen, dann werden sie dadurch so gestärkt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sie es auch schaffen, deutlich steigt. Vertrauen wirkt also wie ein Stärkungsmittel.
Und auch uns selbst nutzt das Vertrauen. In Studien von Butler, Giuliano und Guiso stellte sich heraus: Wer ein „gesundes“ Maß an Vertrauen hat (auf einer Skala von 1-10 bei 8), verfügt im Schnitt über ein höheres Einkommen als eher skeptische Personen. Blindes Vertrauen (auf der Skala die 10) ist jedoch auch wieder ungünstig – dann wächst die Fehlerquote so stark, dass die negativen Effekt überwiegen.

Vertrauen entspannt

Wir leben heute in einer hoch komplexen Welt. Die Digitalisierung hat unseren Handlungsrahmen wesentlich erweitert. Anforderungen verändern sich rasant, die Zahl der Chancen und Möglichkeiten steigt, genauso auch die der Risiken und Herausforderungen. Viele Vorgänge und Kontakte finden virtuell statt.
Wenn wir das alles überblicken und kontrollieren wollten, können wir nicht mehr ruhig schlafen bzw. kämen gar nicht dazu. Wir würden in der ständigen Angst leben, dass etwas schief gehen könnte. Das würde unseren Blick und unsere Urteilsfähigkeit wesentlich einschränken. Vertrauen reduziert für uns die Komplexität und sichert somit unsere Handlungsfähigkeit.

Vertrauen entspringt einer inneren HALTUNG
Vertrauen heißt somit loszulassen, eigene Vorstellungen, Wünsche und Bedürfnisse klar zu formulieren und anderen Menschen Eigenverantwortung, Urteilsfähigkeit und Selbstständigkeit zuzusprechen, ihnen und ihrem Wissen und Handeln Wertschätzung entgegenzubringen.  Was stärkt gegenseitiges Vertrauen?
Wir haben sieben Punkte zusammengestellt und den Anfangsbuchstaben des Wortes HALTUNG zugeordnet:
H inhören, sich für Themen/Herausforderungen der Kolleg(inn)en und Mitarbeiter(innen) interessieren
A ustausch und kontinuierliche, offene, aufrichtige Kommunikation
L oslassen von Wertung und von schnellem, emotionalem (Be-)Urteilen
T ransparenz und Klarheit im eigenen Handeln und über das, was wir denken und fühlen
U nperfektion bei sich und anderen akzeptieren, Fehler und Unbehagen als Wachstumschance verstehen
N eugierig sein: Welche Ideen haben die anderen? Welche Lösungswege? Was kann ICH dabei lernen?
G roßmut und Wohlwollen mit der steten Bereitschaft anzunehmen, dass andere in bester Absicht handeln

Vertrauen macht glücklich

Vertrauen stärkt und ermutigt andere, entlastet uns selbst und reduziert Komplexität. Vertrauen braucht Zeit und Mut und Verletzlichkeit, sie entspringt einer inneren HALTUNG, die auf Wertschätzung basiert. Die hearty-Karte „Vertrauen“  möchte Sie daran erinnern. Geben Sie die Karte gerne auch an Kolleg(inn)en weiter oder stellen Sie sie im Gemeinschaftszimmer auf.  >>  Zu den Karten



Fotomaterial für Medien:

 

- Postkarte: Es gibt auch eine Postkarte zum Thema - in gedruckter Form und als e-card (http://am-dritten.de/bestellen).

 

 

 

 

- QR-Code: Hier geht’s zum Tag der Wertschätzung (www.am-dritten.de)


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