Nachberichte und Bilder

24.11.2015, 17:01

Bericht zur Podiumsdiskussion "Frauen. Macht. Zukunft!"

Frauen. Macht. Zukunft!
Wie können weibliche Führungskräfte die Wirtschaft stärken?


Anregende Podiumsdiskussion der Business-Netzwerke VdU, EWMD und heartleaders


(Frankfurt am Main) „Frauen. Macht. Zukunft!“ Unter diesem Motto stand die gemeinsame Veranstaltung von VdU Hessen (Verband deutscher Unternehmerinnen), EWMD (European Women’s Management Development Network) und heartleaders (Bündnis für Wertschätzung) am 17. November in Frankfurt. Mehr als 100 Führungskräfte diskutierten in den Räumen der IHK Frankfurt mit Vertreter(inne)n aus Vorstand, Personalwesen und Hochschule, wie Veränderungen in Unternehmensführung und -kultur hin zu einer „Arbeitskultur 4.0“ auf den Weg gebracht und gestaltet werden können. Besonderer Fokus lag dabei auf den Themen Führungsfrauen und Mixed Leadership.

Nach der Begrüßung durch die Sprecherin des EWMD Rhein-Main, Sieglinde Schneider, übernahm Dr. Karin Uphoff, Landesvorsitzende des VdU und Gründerin der Initiative heartleaders, die Moderation der Veranstaltung. Als Podiumsgäste waren geladen:  Prof. Dr. Myriam Bechtoldt, Frankfurt School of Finance & Management, Professorin für Organizational Behaviour; Karsten Bich, Helaba - Landesbank Hessen Thüringen, Direktor Personal; Hans-Peter Kleitsch, MTU Gruppe, Leiter Personal; Christine Kuhl, Odgers Berndtson, Partner der Financial Services Practice, sowie Marika Lulay, GFT SE, Chief Operating Officer (COO).

Die Teilnehmer stimmten überein, dass das Augenmerk nicht nur auf mehr Frauen im Management liegen könne. Vielmehr sei es notwendig, auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, eine neue Führungskultur in der Wirtschaft zu etablieren. Denn die Realitäten änderten sich schnell und mit ihnen unsere Führungskultur, so die These von Marika Lulay. In der virtual leadership über Hierarchien, Bereiche und Kontinente hinweg spiele Geschlecht eine geringere Rolle. Hier lägen für Frauen große Chancen.  Doch auch wenn lineare Hierarchiestrukturen sich auflösten, würden auch in sich selbst organisierenden Teams einige lauter sein und Führung übernehmen – ohne explizite Ernennung, so Lulay. Vor einer Idealisierung von sich selbst führenden Teams warnte Christine Kuhl: Ohne klare Strukturen und Richtlinien könne die Demokratisierung von Entscheidungen und Verantwortung auch Entscheidungen verhindern und Prozesse verlangsamen.

Umgang mit Stereotypen und Geschlechterrollen

Ist eine Frau aufgabenorientiert, gilt sie als unsympathisch, ist sie verbindlich und wertschätzend, gilt sie als schwach: Stereotype, die wir alle in unseren Köpfen haben, sind sehr stabil und lassen sich nicht einfach löschen. Doch wie kann man vorgehen, wenn man gerade dies erreichen möchte? Prof. Bechtoldt empfahl den Zuhörenden folgendes Vorgehen: Der erste Schritt liege darin, sich der Stereotype bewusst zu werden. Der nächste, sie aktiv anzusprechen. Denn wenn man gezwungen sei, sich darüber auszutauschen, habe man die besten Chancen, Stereotype auszuräumen. Wir lieben, was wir kennen. Also sei es doch am besten, möglichst viel kennen zu lernen und das Bewusstsein zu schulen – auf positive, neugierige Art –, weil wir es dann auch lieben können. Marika Lulay vertrat einen anderen Ansatz: Man könne Stereotype auch einfach ignorieren und sich selbst treu bleiben. Authentizität und eigene Werte seien wichtig.

Einig waren sich die Teilnehmer/innen, dass es keinen Automatismus bei den Jüngeren gäbe, weniger stereotyp zu urteilen. Solange die alten Rollen und Modelle vorgelebt würden, ändere sich nicht viel. Es helfe nicht, allein auf die nächste Generation zu warten. Vorurteile seien stabil. Daher sollten die aktuellen Mitarbeitenden eingebunden werden, der Führungsstil geändert werden – jetzt.

Statements zur Zukunft der Wirtschaft

Zwei Stunden lang wurde intensiv und unter sehr reger Beteiligung des Auditoriums diskutiert.  Am Ende der Podiumsdiskussion gaben die Referent(inn)en ihr Statement dazu ab, wie weibliche Führungskräfte die Wirtschaft in Zukunft stärken können:

Hans-Peter Kleitsch ist überzeugt: Führungsdinosaurier haben ausgedient. Klassische Führungsstrukturen werden verschwinden. Selbstbestimmte Teams und Projektteams werden führen. Führung wird bunter, flexibler und auf Zeit sein. Schon in 15 Jahren wird Führung ganz anders aussehen. Er ist sich sicher: Wo mehr Flexibilität in wechselnden Rollen benötigt wird, haben auch Stereotypen weniger Platz.

Für Christine Kuhl liegen in der Digitalisierung unserer Wirtschaft große Chancen für Frauen. Virtuelles Führen in globalen Arbeitskontexten und Strukturen – das gibt Gelegenheit, Vorurteile und Stereotypen zu überwinden.

Karsten Bich sieht auf Unternehmen und Führungskräfte große Herausforderungen zukommen. Führungsrollen werden komplexer. Das birgt gleichzeitig Chancen: Frauen verfügen über Eigenschaften und eine Sensorik, diese Führungskomplexität leichter bewältigen zu können.

Prof. Myriam Bechtoldt nimmt die Führungskräfte in die Pflicht: Kultur kann nur top down verändert werden. Mitarbeitende können ihr Unternehmen lieben oder hassen, aber verändert werden kann es nur von der Spitze aus.

Für Marika Lulay ist der Ansatz ein grundsätzlicher: Zunächst muss geklärt werden, warum und mit welchem Ziel ein Veränderungsprozess gestartet werden soll. Einfach nur mehr Frauen haben zu wollen, ist kein Ziel.

She with He: Frauen und Männer gemeinsam für eine positive Arbeitswelt

Abschließend stellte Dr. Karin Uphoff fünf Thesen vor, die die heartleaders im Rahmen ihres Projekts „She with He: Frauen und Männer GEMEINSAM für eine positive Arbeitswelt!“ erarbeitet haben:


  1. Die Strukturen in Unternehmen werden sich ändern – Hierarchien verschwinden und machen kooperativen Organisationsformen Platz.
  2. In diesen Organisationsformen werden Druck und Kontrolle als kontraproduktiv und motivationshemmend erkannt. Stattdessen gewinnen Wertschätzung und Vertrauen an Bedeutung, so dass Selbstorganisation, Eigenverantwortung und Partizipation gedeihen.
  3. Frauen gewinnen an Kraft in diesem Umfeld und können diese Veränderungen maßgeblich voranbringen – gemeinsam mit den Männern, die ebenfalls kooperativ denken.
  4. Gleichzeitig bewirkt die veränderte Kultur, dass sich die Frage nach mehr Frauen in Führungspositionen gar nicht mehr stellt – da es keine klassischen Führungskräfte mehr gibt, sondern Menschen, die auf Zeit führen oder als Ratgeber und Coach wirken.
  5. Unternehmen mit einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis und einer respektvollen Kultur werden diesen Weg einfacher gehen können, langfristig robuster sein und Wettbewerbsvorteile erlangen.


Weitere Informationen zu „She With He“ gibt es unter heartleaders.de/mitmachen/she-with-he. Informationen zu den beteiligten Netzwerken finden Interessierte unter www.ewmd.org, www.heartleaders.de und www.vdu.de




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